Himbeerzunge Scharlach

Scharlach – Symptome, Ursachen und Behandlung

Was ist Scharlach?

Scharlach ArztScharlach (auch Scarlatina genannt) ist eine ansteckende Infektionskrankheit. Es sind überwiegend Kinder im Alter zwischen 3 – 9 Jahren betroffen, aber auch Erwachsene können an Scharlach erkranken. Der Grund, warum Scharlach meistens bei Kindern vorkommt, liegt an dem schwächeren Immunsystem bei Kindern. Ein weiterer Grund ist, dass Erwachsene schon einmal im Leben die Krankheiten hatten und in der Regel, nach einer Erstinfektion, immun sind. Dennoch kann man durch eine veränderte Bakteriengruppe wieder infiziert werden. Meistens bricht die Erkrankung in den Wintermonaten aus.

Auslöser von Scharlach sind die Bakterien Streptococcus pyogenes, die sich auf die Schleimhäute der betroffenen Personen festsetzen. Übertragen werden die Bakterien durch eine Tröpfcheninfektion (beim Husten, Niesen oder Sprechen). Die Bakterien können ein Gift, ein erythrogene Toxin, produzieren. Dieses Toxin schädigt die Blutgefäße (Kapillare) und sorgt für einen großflächigen Hautausschlag (Exanthem).

Die Bakterien werden auch als β-hämolysierende Streptokokken der Lancefield-Gruppe A klassifiziert.

Streptokokken Erreger

Streptokokken als Auslöser von Scharlach

Streptokokken – genauer gesagt Streptococcus pyogenes – sind Auslöser von Scharlach und werden durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Sie zählen zu der normalen Bakterienflora des Menschen und stellen bei einem funktionierendem Immunsystem keine Bedrohung da.

Weitere Erkrankungen durch Streptokokken

Streptokokken sind sowohl für Scharlach als auch für andere Infektionskrankheiten verantwortlich.

Streptokokken Gruppe A (Streptococcus pyogenes)

Folgende Infektionen werden von diesem Erreger verursacht:

  • Erysipel (Rotlauf)
  • Phlegmone
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Rachenentzündung
  • Mandelentzündung

Streptokokken Gruppe B (Streptococcus agalacticae)

  • Sepsis
  • Wundinfektionen
  • Harnwegsinfektionen
  • Hirnhautentzündungen
  • Neugeborenensepsis

Um eine Verbreitung von Scharlach zu verhindern, ist es ratsam, dass Personen mit einer Streptokokken-Infektion von anderen gesunden Personen Abstand halten. Vor allem auf den Kontakt mit größeren Menschengruppen (Schule, Uni, Kindergarten, etc.) sollte verzichtet werden, um andere Personen nicht anzustecken.

Symptome

Die Symptome sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Einige zeigen nur wenige Symptome, anderen sieht man die Erkrankung deutlich an.

Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und andere erkältungsähnliche Beschwerten machen sich nach ca. 1 – 3 Tagen nach der Infektion bemerkbar. Man könnte also meinen, dass es sich um eine normale Erkältung handelt.

Nach ca. 3 – 4 Tagen kommt ein großflächiger Hautausschlag (Exanthem) dazu. Dieser beginnt meistens an der Brust und breitet sich auf den ganzen Körper aus. Er juckt im Gegensatz zu anderen Ausschlägen nicht oder nur sehr wenig.

Himbeerzunge Scharlach
By Martin Kronawitter [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons
Eines der sichersten Zeichen bei Scharlach ist die sogenannte Himbeerzunge. Die Himbeerzunge entsteht durch eine Entzündung des Zungengewebes. Sie kann auch bei anderen Erkrankungen wie z.B. Masern vorkommen.

Zusammen mit dem Ausschlag ist die Himbeerzunge ein sicheres Indiz für Scharlach.

Scharlach – hochinfektiöse Erkrankung

Scharlach ist eine hochinfektiöse Erkrankung und wird durch Husten, Niesen oder auch durch Reden übertragen. Aus diesem Grund sollten Personen, die unter Scharlach leider in der gesamten Krankheitsphase von anderen Menschen Abstand halten. Dies gilt vor allem bei größeren Gruppen, z.B. in Schulen, Kindergärten etc.. Dadurch wird eine Ansteckung verhindert.

Bei Verdacht auf Scharlach sollte unbedingt der Arzt aufgesucht werden. Geschieht dies nicht, können ernste gesundheitliche Folgen drohen! Bereits vor dem Termin beim Arzt sollte dieser telefonisch darüber informiert werden, dass es sich um Scharlach handelt, bzw. handeln könnte. Die betroffene Person wird dann meist in einem extra Wartezimmer untergebracht. Dies ist sinnvoll, da die Infektion, wie oben beschrieben, durch eine Tröpcheninfektion (Husten, Niesen, Reden) übertragen wird. Bereits ein kurzer Kontakt oder die Einatmung der Bakterien reicht aus, um mit Scharlach angesteckt zu werden.

Leider treten die typischen Symptome für Scharlach erst nach 2 – 3 Tagen auf, weshalb eine eindeutige Diagnose in den ersten Tagen schwer ist. Aus diesem Grund infizieren sich häufig gleich mehrere Personen mit Scharlach.

Nach ca. 10 – 14 Tage mit der Behandlung von Antibiotika ist die Person nicht mehr ansteckend.

In der Regel wird ein Mensch einmal mit Scharlach infiziert und ist danach immun gegen die Krankheit. Allerdings ist eine Zweitinfektion nicht ausgeschlossen, wenn sich der Betroffene mit einer veränderten Bakteriengruppe infiziert. Es sind Fälle bekannt, bei denen sich Personen bis zu 5 mal mit Scharlach infiziert haben.

Behandlung von Scharlach

Scharlach gehört heutzutage zu den Erkrankungen, die von den meisten Kindern und Erwachsenen ohne Folgen überstanden wird. Doch das war nicht immer so. Bevor es Antibiotika gab, war Scharlach eine ernste und bedrohliche Krankheit. Diese führte vor allem im 19. Jahrhundert zu zahlreichen Todesopfern.

Im Allgemeinen dauert die Erkrankung bis zur Heilung ca. 14 Tage. Es kann auch länger dauern, aber das ist eher selten.

In seltenen Fällen können Komplikationen bei Scharlach auftreten, vor allem dann, wenn die Behandlung nicht richtig erfolgt. Eine bekannte Komplikation ist die Nierenkörperchenentzündung. Dabei werden Streptokokken durch das Blut in die Nieren transportiert und führen dort zu einer Entzündung.

Auch kann es zu einer Blutvergiftung kommen, allerdings tritt diese Komplikation meist nur dann auf, wenn keine Behandlung erfolgt.

Bei Scharlach wird zur Behandlung Antibiotika (Penicillin) eingesetzt.

Allgemeine Maßnahmen

Bettruhe bei Scharlach. Um den Körper nicht zusätzlich zu schwächen, ist es ratsam, die ersten Tage im Bett zu verbringen.

Außerdem sollte man sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen, 2 – 3 Liter vorzugsweise Wasser sind ausreichend.

Ein bekanntes Hausmittel ist Kamillen Tee. Dieser kann natürlich getrunken werden, sollte aber in erster Linie zum Gurgeln verwendet werden.

Schmerzlindernde Lutschtabletten helfen gegen Halsschmerzen.

Fieber senken bei einer Scharlachinfektion

Körpertemperaturen von über 40 Grad sind keine Seltenheit und dies kann bei schwachen Personen zu Kreislaufproblemen führen. Deshalb sollte neben der Behandlung, der eigentlichen Erkrankung Scharlach, auch das Fieber behandelt werden, welches durch die Infektion ausgelöst wird. Dies geschieht mit Medikamenten wie z.B. Paracetamol.

Auch Hausmittel wie z.B. kalte Umschläge können gegen Fieber helfen. Manche schwören auf den Konsum von Eis, um die Halsschmerzen zu lindern.

Bedingt durch das Fieber verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit. Wie oben erwähnt sollte deshalb auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Während der Erkrankung Scharlach muss man mit starker Schleimbildung in den Bronchien rechnen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erleichtert dadurch den Transport des Schleimes.

Während der Nacht steigt das Risiko von Husten und Atembeschwerden. Es ist empfehlenswert für eine hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer zu sorgen. Dies kann beispielsweise mit speziellen Luftbefeuchter sein. Eine Alternative sind feuchte Tücher, die über einen Stuhl oder über die Heizung gehangen werden.

Sollten Temperaturen über 41 Grad erreicht werden, dann sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden!

Behandlung beim Arzt

Scharlach sollte unbedingt von einem Arzt behandelt werden. Sollte dies nicht geschehen, können ernste gesundheitliche Folgen drohen. Dazu zählen z.B. Entzündungen der Nierenkörperchen oder des Herzmuskels.

Die Behandlung beim Arzt erfolgt mit Hilfe von Antibiotika. Meistens wird bei Scharlach Penicillin verwendet, um gegen die Erreger anzukämpfen. Die Behandlung mit Antibiotika dauert ca. 10 – 14 Tage und sollte auf keinen Fall vorzeitig abgebrochen werden! Bei Missachtung ist der Patient weiter ansteckend und ein erneuter Ausbruch der Erkrankung ist wahrscheinlich.

Sollte der Patient allergisch auf Penicillin reagieren, muss auf ein vergleichbares Präparat zurückgegriffen werden, wie z.B. Cephalosporin, Erythromycin oder Roxithromycin. Dies geschieht auch, wenn die Erregerstämme bereits resistent gegen Penicillin sind.

Penicillin bei Scharlach
von Benjah-bmm27 (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Scharlach Behandlung mit dem Antibiotikum Penicillin

Die Behandlung mit Antibiotika ist bei einer Scharlach-Infektion absolut notwendig. Es ist sehr wichtig, dass die Behandlung mit Antibiotika nicht frühzeitig abgebrochen wird, um einen Rückfall zu vermeiden. Deshalb empfiehlt es sich, unbedingt die Anweisungen des Arztes Folge zu leisten. In der Regel nehmen die Patienten das Antibiotika ca. 7 – 10 Tage ein.

Bei Scharlach wird meistens das Antibiotikum Penicillin reagieren. Sollte der Patient allergisch auf Penicillin reagieren, können auch andere Antibiotika verabreicht werden.

Folgebehandlung bei Scharlach

Die Erkrankung Scharlach verläuft in unterschiedlichen Schweregraden. Während einige Personen nach 3-4 Tagen der Behandlung sich wieder gesund fühlen, müssen andere teilweise bis zu 2 Wochen das Bett hüten.
Je nach Schweregrad können neben den klassischen Symptomen wie Fieber, Hautausschlag und die klassische Himbeerzunge auch Entzündungen der Nierenkörperchen die Folge der Erkrankung sein. Bei besonders schweren Verläufen ist es ratsam, eine Nachkontrolle durchzuführen. Dadurch können eventuelle Entzündungen ausgeschlossen bzw. behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

Scharlach bei Nichtbehandlung

Bei der Erkrankung Scharlach ist es sehr wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Falls Sie also erste Anzeichen von Scharlach (Fieber, Erkältungserscheinungen, Gliederschmerzen) feststellen, ist ein Besuch beim Arzt nötig!

Sollte Scharlach nicht behandelt werden, kann es zu schlimmen Folgeschäden führen, wie z.B. Nierenkörperchenentzündung. Sollten die Bakterien im Körper des Betroffenen bleiben, kann es im schlimmsten Fall eine lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung auslösen. Auch andere Organe können von Scharlach geschädigt werden, sollte eine Behandlung ausbleiben.

In besonders schweren Fällen kann die Entnahme der Mandeln notwendig sein, falls durch das Antibiotika keine Heilung erfolgt.

Anzeichen und Verlauf von Scharlach

Der Schweregrad der Erkrankung ist sehr unterschiedlich. Bei den milden Formen lässt sich die Erkrankung kaum von einer Halsentzündung unterscheiden.

Nach einer Inkubationszeit von 1 – 3 Tagen erhält der Betroffene Fieber und Gliederschmerzen. Außerdem sind typische Symptome einer Erkältung festzustellen. Dazu zählen Husten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Halsschmerzen. Dadurch, dass der Rachen entzündet ist, können Schluckbeschwerden auftreten.

An den Schleimhäuten, im Bereich des hinteren Rachens, bildet sich ein Enanthem (Ausschlag). Ein weiteres Zeichen von Scharlach sind die geschwollenen Gaumenmandeln. Auch die Lymphknoten schwellen an und schmerzen bei Berührung. Besonders typisch bei Scharlach ist die sogenannte Himbeerzunge.

Nicht nur im Rachen, sondern auch am Körper entwickelt sich ein Ausschlag (Exanthem). Er besteht aus einzelnen roten Punkten, die leicht erhaben sind.

Kurz und bündig:

  • Schweregrad der Erkrankung ist unterschiedlich
  • erste Anzeichen sind Fieber und Gliederschmerzen
  • typische Symptome einer Erkältung
  • Schluckbeschwerden
  • im Rachen bildet sich ein Enanthem (Ausschlag)
  • geschwollene Gaumenmandeln und Lymphknoten
  • Hautausschlag
  • Himbeerzunge

Meldepflicht bei Scharlach

Die Erkrankung Scharlach ist generell nicht meldepflichtig, laut Infektionsschutzgesetz. In einigen Bundesländern wurde allerdings das Infektionsschutzgesetz ausgeweitet, so dass eine Erkrankung oder sogar der Tod durch Scharlach meldepflichtig ist. Zu den Bundesländern zählen Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Auch in anderen Bundesländern ist es ratsam, dass Gesundheitsamt über die Erkrankung zu informieren. Betroffen sind vor allem Kindergärten und Schulen, bei denen mehr als 2 Infektionen bekannt werden. Hierbei müssen die verantwortlichen Personen die Scharlach Infektion beim Gesundheitsamt melden.

Benachrichtigungspflicht gemäß IfSG

Leiterinnen und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen haben gemäß § 34 Abs. 6 IfSG das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich zu benachrichtigen, wenn in ihrer Einrichtung betreute oder betreuende Personen an Scharlach, Impetigo contagiosa oder sonstigen Streptococcus-pyogenes-Infektionen erkrankt oder dessen verdächtig sind.[2]

Dies ist besonders wichtig, da es keinen Impfschutz gegen Scharlach gibt und so eine Epidemie verhindert werden soll.

Wann können betroffene wieder normalen Kontakt mit anderen Personen haben?

In der Regel ist die Erkrankung nach ca. 2 Wochen überstanden. So lange sollte man auch warten, bis man wieder normalen Kontakt mit anderen Personen hat.

Zweitinfektion bei Scharlach möglich?

Nach einer Infektion mit den Bakterien Streptococcus pyogenes, die für Scharlach verantwortlich sind, baut der Körper eine lebenslange Immunität auf. Eine Zweitinfektion ist allerdings nicht ausgeschlossen, wenn sich der Betroffene mit einer veränderten Bakteriengruppe infiziert. Das Immunsystem hat nur eigene Abwehrkräfte für die Bakteriengruppe der Erstinfektion gebildet.

Es sind Fälle bekannt, bei denen Personen mehr als 5 mal an Scharlach (Scarlatina) erkrankt sind.

Auch wenn Sie bereits an Scharlach erkrankt sind und dadurch Ihr Immunsystem eine Immunität aufgebaut hat, sollten Sie Kontakt mit an Scharlach infizierten Personen meiden. Diese können eine andere Bakteriengruppe als Erreger in sich haben, als Sie es bei der Erstinfektion hatten. Durch die veränderte Bakteriengruppe der Streptokokken ist eine weitere Infektion möglich. Deshalb sind Schutzmaßnahmen vor einer eventuellen Ansteckung sinnvoll. Vor allem ältere Menschen und Kinder, deren körpereigene Abwehr geschwächt ist, sollten besonders aufpassen.

Ansteckung von Scharlach

Die Ansteckung von Scharlach findet durch eine Tröpfcheninfektion statt. Also durch Husten, Niesen oder durch normalen Reden.

Man unterscheidet zwischen 2 verschiedene Größen: Tröpfchen, die einen Durchmesser von mehr als 5 µm haben. Diese Tröpfchen sinken in der Luft schnell ab und werden bis zu einem Abstand von ca. einem Meter übertragen. Allerdings können sich die Tröpfchen auch auf Gegenstände wie z.B. Möbel, Spielzeug oder Besteck ablagern. Andere Personen berühren die Gegenstände mit ihren Händen und infizieren ihre Schleimhäute durch Kontakt mit Mund, Nase oder Augen. Bemerkt man dies, ist eine Desinfektion der Gegenstände notwendig.

Es gibt auch Tröpfchen mit einer geringen Größe (< 5 µm). Diese Tröpfchen bleiben lange Zeit in der Luft und können dadurch auch durch große Distanzen verbreitet werden. [1]

Nicht nur die Schleimhäute sind Eingangstore für Scharlach. Auch in offenen Wunden, wie z.B. Verbrennungs-, Verbrühungs- und Operationswunden oder einfach Schnittwunden, findet man die Streptokokken Bakterien wieder. Ein kurzer Kontakt mit betroffenen Personen reicht für eine Infektion aus. Bei dieser Infektion spricht man von Wundscharlach.

Scharlach Ausschlag
By YasminFeth (Yasmin Feth, Metzingen) [Public domain], via Wikimedia Commons
Durch Wundscharlach kann eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) entstehen, da die Bakterien ihre Toxine (Gift) über den Blutweg in den Körper einschleußen. Ein klassisches Symptom des Wundscharlachs ist die Ablösung der Haut.

Vor allem bei großen Menschenmengen ist die Ansteckung mit Scharlach sehr groß. Deshalb ist es ratsam, das Personen die mit Scharlach infiziert sind, öffentliche Plätze mit vielen Menschen meiden. Die Gefahr der Ansteckung wäre einfach zu groß.

Ist Scharlach gefährlich?

In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung harmlos, also besteht kein Grund zur Sorge. Mit der richtigen Behandlung heilt Scharlach in fast allen Fällen komplett wieder ab. Dadurch, dass der Körper gegen die Bakterien (Streptokokken) nach der Erkrankung immun ist, erfolgt in den meisten Fällen keine weitere Infektion mit Scharlach.
Ausgeschlossen ist dies allerdings nicht, da es verschiedene Gruppen der Bakterien gibt. Wird eine Person mit einer anderen Gruppe, als bei der ersten Erkrankung angesteckt, ist eine Zweitinfektion möglich.

Selbst bei schweren Verläufen ist die Erkrankung eher harmlos, vorausgesetzt es erfolgt die richtige Behandlung. Auch bei schwangeren Frauen stellt die Erkrankung selten ein Risiko da. Das Kind kann nicht mit der Infektion angesteckt werden und das Antibiotika ist meist für das Ungeborene auch nicht gefährlich.

Bei einer Infektion von Streptokokken schaltet sich das Abwehrsystem des Körpers ein, was ja prinzipiell sinnvoll ist. Allerdings richten sich die Abwehrreaktionen gelegentlich auch gegen den eigenen Körper und nach 2 – 4 Wochen führt dies zum Rheumatischen Fieber. Rheumatisches Fieber ist eine gefährliche Spätfolge bei Scharlach. Etwa einer von 5.000 Scharlach-Kranken ist davon betroffen.

Das gefährliche am Rheumatischen Fieber ist, dass es Gelenke, Herz, Gehirn und Haut befällt. So kann es eine Arthritis in den Gelenken, Herzklappenfehler beim Herzen, Enzephalitis (Gehirnentzündung) im Gehirn oder Entzündungen der Haut hervorrufen.

Eine weitere Spätfolge ist Glomerulonephritis. Das ist die Bezeichnung für eine beidseitige Entzündung der Nieren, bei der die Nierenkörperchen zuerst betroffen sind. Symptome sind dunkler, schäumender Urin, nachlassende Urinproduktion und Wassereinlagerungen.

Auch Endokarditis (Entzündung des Herzmuskels) oder Polyarthritis (Entzündung der Gelenke) können Folgen von Scharlach sein, welche aber meist entstehen, wenn keine richtige Behandlung erfolgt.

Mögliche Komplikationen bei Scharlach sind Mittelohrentzündung (Otitis media) oder Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Diese Komplikationen können entstehen, wenn sich die Streptokokken in die betreffenden Regionen ausbreiten.

Diagnose von Scharlach

Da die typischen Symptome von Scharlach erst nach einigen Tagen auftreten, ist eine Diagnose von Anfang an nicht immer möglich. Anhand von einem Schnelltest bestimmt der Arzt die genaue Infektion und ob es sich um Scharlach oder andere Erkrankungen handelt. Der Schnelltest liefert innerhalb von 5 Minuten ein Ergebnis.

Zur Feststellung der Krankheit kann man Bakterienkulturen anlegen und dann bestimmen, um welche Art es sich handelt. Da die Erkrankung so schnell wie möglich behandelt werden sollte, ist diese Methode eher weniger geeignet, da sie einfach zu lange dauert.

Außerdem wird Scharlach eindeutig am Ausschlag und der Himbeerzunge diagnostiziert.

Sichere Diagnose von Scharlach durch einen Schnelltest

Scharlach kann ganz einfach durch einen Streptokokken Schnelltest bestimmt werden. Dies geschieht direkt beim Arzt oder auch zu Hause.

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Kann man sich vor einer Infektion schützen?

Einen sicheren Schutz vor einer Ansteckung mit Scharlach gibt es nicht, denn ein Impfstoff für Scharlach ist nicht verfügbar. Bevor die typischen Symptome auftreten, ist man bereits infiziert und kann andere anstecken. Es können allerdings einige Maßnahmen zur Vorbeugung getroffen werden.
Eine Maßnahme zur Vorbeugung ist die Kontaktvermeidung mit den erkrankten Personen. Da die Bakterien durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, sollte auch ein gewisser Abstand zu der Person vorhanden sein. Sollte es zu körperlichen Kontakt kommen, sollte man sofort und gründlich die Hände mit Seife waschen.

Kommt es bei Kindern, älteren Personen oder Personen mit einem schwachen Immunsystem zum Kontakt, sollte zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden. Dadurch verhindert man weitere Infektionen, sollte eine Übertragung stattgefunden haben.

Sollte man selbst mit Scharlach infiziert sein, wäre es ratsam, den direkten Kontakt mit gesunden Menschen bis zur Heilung zu meiden. Beim Niesen oder Husten die Hand vor dem Mund halten und wegdrehen. Gegenstände, die man berührt hat, können desinfiziert werden. Beim Händewaschen lieber auf Papierhandtücher zurückgreifen und diese sicher in einem Abfalleimer mit Deckel entsorgen.

Auch bei guten Abwehrkräften ist man nicht komplett vor einer Infektion mit Streptokokken (Bakterien, die Scharlach auslösen) geschützt.

War man bereits einmal an Scharlach erkrankt, ist man immun gegen den Erreger. Eine Zweitinfektion ist allerdings nicht ausgeschlossen, da es unterschiedliche Gruppen von Streptokokken gibt.

Scharlach bei schwangeren Frauen

Meistens erkranken Kinder an Scharlach, aber auch Erwachsene sind nicht sicher.

Während der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen das Immunsystem schwächen. Gerade bei schwangeren Frauen sind Erkrankungen immer ein großes Risiko. Scharlach ist allerdings relativ ungefährlich, sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Baby. Voraussetzung dafür ist, dass die Erkrankung rechtzeitig erkannt wurde.
Auch die Behandlung mit Antibiotika stellt in der Regel kein Problem da. Hier gilt: der Kontakt mit den Erregern sollte vermieden werden.

Nach der Schwangerschaft sollte man darauf achten, dass öffentliche Einrichtungen sehr hygienisch sind, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Babys sind bis 6 Monate nach der Geburt durch die Antikörper der Mutter geschützt.

Scharlach bei älteren Personen

Ältere Personen oder Personen mit einem schwachen Abwehrsystem sind besonders bei Infektionskrankheiten gefährdet. Durch das geschwächte Immunsystem können Erreger besser eindringen und werden nicht so gut bekämpft wie bei einem gesunden Immunsystem.

Häufigkeit von Scharlach

Scharlach ist eine weltweit verbreitete Erkrankung, die hauptsächlich Kinder im Vorschul- und Schulalter betrifft. Allerdings können auch Erwachsene betroffen sein. Babys, die jünger als sechs Monate sind, besitzen noch den Immunschutz der Mutter und können sich nicht infizieren.
Scharlach tritt oft bei größeren Menschenmengen auf, wie z.B. Schulen oder Kindergärten. Die Hauptsaison liegt in den Wintermonaten.

In den Bundesländern Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen wurden 1999 ca. 7.500 Fälle gemeldet, wobei die Dunkelziffer wahrscheinlich höher ist.

Was ist der Unterschied zwischen Scharlach-Streptokokken und „normalen“ Streptokokken?

Der Unterschied liegt daran, dass Scharlach-Streptokokken ein Gift (Toxin) produzieren, welches den typischen Hautausschlag hervorruft.

Zusammenfassung Scharlach

Scharlach ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die hauptsächlich bei Kindern im Alter zwischen 3 – 9 Jahren vorkommt. Auslöser sind die Bakterien Streptococcus pyogenes, die durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Symptome von Scharlach sind:

  • Fieber, Schnupfen und andere erkältungsähnliche Beschwerden
  • Hautausschlag (Exanthem)
  • Himbeerzunge

Der Kontakt mit nicht infizierten Personen sollte vermieden werden, um eine Ansteckung zu verhindern.

Behandelt wird Scharlach mit einem Antibiotika über 10 – 14 Tage. Außerdem ist in den ersten Tagen Bettruhe einzuhalten und der Körper sollte mit viel Flüssigkeit versorgt werden. Um das Fieber zu senken, erhält der Patient meist Medikamente. Aber auch Hausmittel wie kalte Umschläge helfen. Die Halsschmerzen werden mit Lutschtabletten behandelt.

Sollte keine Behandlung erfolgen bzw. wird die Behandlung vorzeitig abgebrochen, kann es zu ernsten Spätfolgen führen. Dazu zählen z.B. Entzündungen der Nierenkörperchen oder des Herzmuskels. Auch Rheumatisches Fieber ist eine gefährliche Spätfolgen bei Scharlach.

In der Regel ist eine Person, die einmal an Scharlach erkrankte, immun gegen die Erreger. Allerdings ist eine Zweitinfektion durch eine andere Bakteriengruppe durchaus möglich.

Babys bis zu einem Alter von 6 Monaten sind automatisch durch die Antikörper der Mutter gegen Scharlach geschützt.

Es gibt kein Impfstoff bei Scharlach. Kontakt mit infizierten Personen sollte vermieden werden.

Scharlach ist bei schwangere Frauen relativ ungefährlich, sowohl für die Mutter als auch für das Ungeborene.

Adressen & Links
Nationales Referenzzentrum für Streptokokken
Institut für Medizinische Mikrobiologie
RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30, 52057 Aachen

Ansprechpartner: Dr. rer. nat. Mark van der Linden
Tel.: 024180 89510 / -89946
Fax: 024180 82483
E-Mail: webmaster@streptococcus.de
Homepage: www.streptococcus.de

Einzelnachweise
1. Tröpfcheninfektion, infektionsschutz.de https://www.infektionsschutz.de/
2. Benachrichtigungspflicht gemäß IfSG, Robert Koch Institut https://www.rki.de/
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